Warum nun ausgerechnet Albanien?

Eine arte-Dokumentation hat es auf den Punkt beschrieben: "Es ist vielleicht der letzte weiße Fleck auf Europäischen Landkarten - das Land "Shqiperia" - bei uns besser bekannt als Albanien. Jahrzehntelang hermetisch von der Außenwelt abgeschottet, klaffen kaum irgendwo sonst Vorurteil und Realität so weit auseinander wie hier."

"Die New York Times listete einmal die 10 schönsten Orte der Welt, die man gesehen haben sollte. Die albanische Mittelmeerküste lag auf Platz 4."

 

Wenn das kein Grund sein sollte, selbst einmal hinzufahren und dann aus eigenem Erleben zu berichten ... Damit wir auch alles wirklich "hautnah" erleben, werden wir auch wieder zelten. Mit knapp 65 fühlt man sich als Rentner noch jung genug für ein kleines "Abenteuer". Start ist am 14. Mai 2017 mit unserem Kia Sportage, den wir uns sicherheitshalber schon mit Allrad gekauft hatten, man weiß ja nie ...

 



14.05. So  756km Abfahrt Frühmorgens um 9.30 Planziel Hof oder Regensburg. Da die Autobahn sowas von frei war, kamen wir bereits gegen 18 Uhr bei Passau auf dem "Dreiflüssecamping" in Irring bei "Schalding links der Donau" (wenn das mal kein Name ist...) an. Abends eine Runde zur Donau und durchs Dorf.

15.5. Montag  ca. 500km über Graz, Maribor und Zagreb nach Senj. Camping Ujca. Abends Schlendern durch Senj.


16.5. Dienstag Von Senj auf einer der schönsten Straßen der Welt, auf der Magistrale, immer entlang der Küste bis zum Campingplatz Pod Maslinom in Orsac. 20km vor Dubrovnik. Rechts der Straße die Adria mit den Inseln Rab, Pag,... Links der Straße das Gebirge, wo noch immer der "Schatz im Silbersee" liegt. Auf der Magistrale kein einziges Stocken der Fahrt, kein Trecker, kein langsamer LKW. Jetzt steht unser Zelt unter einem Johannesbrotbaum, das Auto unter einem 1000 jährigem Olivenbaum und der Frühstückstisch steht unter einer schattenspendenden Steineiche, mit freiem Blick auf das Mittelmeer und ein paar vorgelagerten Inselchen. Irgendwie ist das wie Urlaub...


17.5. Mittwoch Heute haben wir mal den Touristen in uns rausgelassen. Wir haben die Altstadt von Dubrovnik besichtigt.

... was soll das erst in der Hauptsaison werden? Anschließend mit der Seilbahn auf satte 399m hoch. Dort sind wir auf ein Schild reingefallen, auf dem stand: "Konoba 15 Min." Wahrscheinlich läuft in Kroatien niemand mehr und es war die Zeit für eine Autotour. Nach einer Stunde (bergab) im strahlendem Sonnenschein, durch eine wunderschöne, blühende Landschaft (Salbei, Thymian, Rosmarin, Ginster, Diesteln,...) mit traumhaften Ausblicken auf Dubrovnik und die Inseln, fanden wir die Koboba. Lecker gegrillte Pleskavica und Cevabcici und 2 Humpen... Die Sonne verschwand innerhalb einer Minute und machte Platz für einen Wolkenbruch. Anschließend den Berg wieder in 25 Minuten rauf (geht doch...), mit der Seilbahn (sie fuhr!!!) runter und mit dem Bus zurück zum Campingplatz.


18.5. Donnerstag, Umzug nach Albanien. Aber zuerst mussten wir Montenegro durchqueren. Heute war die Magistrale voll, dh. ein Schnitt von 40 km/h auf ca. 200km. Dann 20 Minuten bei der Ausreise aus Kroatien, 30 Minuten bei der Einreise in Montenegro und 60 Minuten Montenegro / Albanien. Dat ziehhht sich. Schnell in Skodar Geld abgehoben... Dh. an den Geldautomaten "gib mal 50000 Lek" - keine Reaktion, nur die Kreditkarte hat er nicht mehr rausgerückt... Lustig... Viele Knöpfe gedrückt und plötzlich :"how much? " Nu dann halt nur 25000, dafür aber 2x. Dann an die Küste zu einem Campingplatz bei Velipoje. Den gab es laut Karte, nur in echt halt nicht... Dafür stand da so ein "Grand Ressort". Aber mit Händen und Füßen und unter Mithilfe einer halben Kneipe haben wir doch noch einen "Kamping" gefunden. Wir sind zwar die einzigen Camper, dafür hat das Restaurant für uns geöffnet... (Mit Musik und viel Licht und WLAN... auch mit Raki....)


19.5. Freitag, Rundgang zum "Liqueni i Vilunit", einem Lagunengebiet, zur Naturbeobachtung. Gesehen haben wir heute (neben Spatzen, Stieglitz und so...) viele Bienenfresser, eventuell einen Steinschmetz, eine tauchende Würfelnatter, eine griechische Landschildkröte und eine Balkan-Springnatter. Immerhin... Anschließend Strandspaziergang auf dem längsten Sandstrand Albaniens (11km lang, der Strand, nicht der Spaziergang, und grauer Sand). Am späten Nachmittag noch eine Autorundfahrt um das Lagunengebiet und faulenzen am Strand. Nur an ein Schläfchen war nicht zu denken. Unser Strandhund wollte immer an meinen Zehen knabbern oder wenn ich doch weggenickt bin und gemütlich zu schnarchen angefangen habe, hat er mir seine Pfote in die Seite geditscht. Muss ihm Inge beigebracht haben, das mit der Pfote... Blos gut, dass uns die frei umher rennenden Strandschweine mit den 12 Ferkeln in Ruhe gelassen haben. Auch auf der Rückfahrt mussten wir immer wieder auf der Straße anhalten, weil Schweine die Straße kreuzten oder Ziegen oder Schafe oder Kühe oder Mercedesse... und alle waren der Meinung, sie hätten Vorfahrt!


20.5. Sonnabend Unwetter droht, deshalb raus aus unserem Kiefernwald und Umzug zum nächsten Campingplatz. Nur knappe 100km, vorbei an Lezhe und dem Delta der Drin, zur Halbinsel Shengjenit bei Shengjin. Auf dem Campingplatz Torino fanden wir eine günstige Unterkunft ( 5€ ohne Strom, gestern 5€ mit Strom) . Nachmittags nach Shengjin Pizza essen (Pizza + Wasser 5€) und einen Eisbecher + Espresso (3€) in einer Seebrücken-Gaststätte. Weiter nach Lezhe für einen Bummel die Hauptstraße rauf und runter... Wieder auf dem Campingplatz, hatten wir Nachbarn bekommen (auf dem Platz davor, waren wir die einzigen Camper). 4 junge Fahrradsportler, 1x D, 1x F und 2 Studentinnen aus der Schweiz. Abends haben wir uns gemeinsam in der Campingplatz-Gaststätte zum Quatschen getroffen. Draußen war es kalt, regnerisch und voller Mücken. Die Vier haben sich erst unterwegs kennengelernt. Endziel der Frauen ist Istanbul, dann mit dem Flugzeug zurück.


Bauboom allenthalben... Mal halb fertig, mal fast ganz fertig, mal...
Bauboom allenthalben... Mal halb fertig, mal fast ganz fertig, mal...
Ok, auch das ist Albanien. Weiße Vorhänge in Pizzeria am Strand von Shengjin
Ok, auch das ist Albanien. Weiße Vorhänge in Pizzeria am Strand von Shengjin
Pizza, Pizza,...
Pizza, Pizza,...

21.5. Sonntag, Da uns die Gegend nicht weiter interessant erschien ( im Delta haben wir einen einzigen weißen Reiher gesehen...) sind wir alle weiter gefahren. Die Fahrradfahrer nach Tirana und wir in die Nähe von Dürres auf den Campingplatz Pa Emer. Auch hier ist noch "Vorvorsaison"... Es ist noch viel Arbeit offen, um dem guten Ruf gerecht zu werden. (16€) Abends Rundgang am Strand entlang. An einem schmalen Kanal saßen 2 Aalangler. (= 1 Äalchen). Abends in der Camping-Gaststätte mit 7 Campern geklönt (N-Wohnmobil, D-Wohnmobil+Wohnwagen, CH-Kajütboot(aus Plate!) auf Trailer). 


Der Strand von Pa Emer
Der Strand von Pa Emer

Weiter geht's mit dem 22.5., siehe Seitenlink